interpret-nmr-spectrum
Über
Diese Fähigkeit interpretiert ¹H- und ¹³C-NMR-Spektren, um die Struktur organischer Verbindungen zu bestimmen. Sie analysiert chemische Verschiebungen, Kopplungsmuster, Integrationen und DEPT-Daten, um Signale zuzuordnen, funktionelle Gruppen zu identifizieren und Strukturisomere zu unterscheiden. Entwickler sollten sie verwenden, wenn NMR-Daten mit anderen spektroskopischen Befunden kombiniert werden, um eine vollständige Strukturaufklärung zu erreichen.
Schnellinstallation
Claude Code
Empfohlennpx skills add pjt222/agent-almanac -a claude-code/plugin add https://github.com/pjt222/agent-almanacgit clone https://github.com/pjt222/agent-almanac.git ~/.claude/skills/interpret-nmr-spectrumKopieren Sie diesen Befehl und fügen Sie ihn in Claude Code ein, um diese Fähigkeit zu installieren
Dokumentation
name: interpret-nmr-spectrum locale: de source_locale: en source_commit: 6f65f316 translator: claude-sonnet-4-6 translation_date: 2026-03-16 description: > Interpretiere 1H- und 13C-NMR-Spektren zur Strukturaufklaerung organischer Verbindungen durch systematische Analyse von chemischen Verschiebungen, Kopplungsmustern, Integralen und DEPT-Daten. Verwende diesen Skill beim Zuweisen von NMR-Signalen zu spezifischen Protonen oder Kohlenstoffen, beim Ableiten funktioneller Gruppen und Konnektivitaet aus Spektraldaten, beim Unterscheiden von Strukturisomeren und beim Kombinieren von NMR-Evidenz mit anderen Spektraldaten zur vollstaendigen Strukturbestimmung. license: MIT allowed-tools: Read Grep Glob WebFetch WebSearch metadata: author: Philipp Thoss version: "1.0" domain: spectroscopy complexity: advanced language: natural tags: spectroscopy, nmr, structure-elucidation, chemical-shift, coupling
NMR-Spektrum interpretieren
Interpretiere 1H- und 13C-NMR-Spektren systematisch durch Analyse chemischer Verschiebungen und Referenzwerte, Entschluesseln von Kopplungsmustern und Integration von Multidimensional-NMR-Korrelationen, um die vollstaendige Protonenumgebung und Kohlenstoffgeruest der Verbindung zu bestimmen.
Wann verwenden
- Zuweisen von 1H- oder 13C-NMR-Signalen zu spezifischen Atomen in einer vorgeschlagenen Struktur
- Ableiten von Konnektivitaet und Funktionsgruppen aus Spektraldaten, wenn die Struktur unbekannt ist
- Unterscheiden zwischen Strukturisomeren auf Basis von Spektralunterschieden
- Kombinieren von NMR mit IR-, MS- und UV-Daten fuer vollstaendige Strukturaufklaerung
- Verifizieren der Reinheit einer synthetisierten Verbindung durch Spektralvergleich
Eingaben
- Erforderlich: 1H-NMR-Spektrum mit chemischen Verschiebungen (ppm), Multiplizitaeten und relativen Integralen
- Erforderlich: Molekuelformel oder Molmasse (fuer Berechnung des Ungesaettigtheitsgrads)
- Optional: 13C-NMR-Spektrum mit oder ohne DEPT-Daten
- Optional: 2D-NMR-Daten (COSY, HSQC, HMBC) fuer komplexe Strukturen
- Optional: Loesungsmittel und Temperatur der Messung
Vorgehensweise
Schritt 1: Molekuelformel und Ungesaettigtheitsgrad berechnen
Ermittle den Ungesaettigtheitsgrad (DoU) aus der Molekuelformel, bevor Spektren interpretiert werden:
- DoU-Formel: DoU = (2C + 2 + N - H - X) / 2, wobei C = Kohlenstoffe, H = Wasserstoffe, N = Stickstoff, X = Halogene, O und S werden ignoriert.
- Interpretation des DoU-Werts:
- DoU = 0: acyclisch, keine Mehrfachbindungen
- DoU = 1: eine Ringstruktur oder eine Doppelbindung
- DoU = 4: Benzolring (3 Doppelbindungen + 1 Ring) oder bicyclisches System
- DoU >= 5: aromatisches System oder mehrere ungesaettigte Einheiten
## Ungesaettigtheitsgrad
- Molekuelformel: [Formel]
- Berechnung: DoU = (2*[C] + 2 + [N] - [H] - [X]) / 2 = [Wert]
- Interpretation: [Schlussfolgerungen ueber Ringe und Mehrfachbindungen]
Erwartet: Ein DoU-Wert der die Anzahl moeglicher Strukturmotive einschraenkt und aromatische Systeme ausschliesst oder einschliesst.
Bei Fehler: Falls die Molekuelformel aus anderen Spektraldaten abgeleitet werden muss, bestimme zuerst die Molmasse aus dem Massenspektrum und pruefe typische Isotopenverteilungen auf Halogene.
Schritt 2: 1H-NMR-Signale chemischen Umgebungen zuweisen
Analysiere jeden Peak im 1H-Spektrum systematisch:
- Chemische Verschiebungsbereiche:
- 0-2 ppm: Alkylprotonen (CH3, CH2, CH) an gesaettigten Kohlenstoffen
- 2-3 ppm: Protonen benachbart zu Carbonyl- oder Arylgruppen
- 3-5 ppm: Protonen an sauerstofftragendem Kohlenstoff, allylische Protonen
- 5-6 ppm: Vinylprotonen (C=C-H)
- 6-9 ppm: Aromatische Protonen
- 9-10 ppm: Aldehydprotonen
- 10-13 ppm: Carbonsaure-, Phenol- oder stark chelatisierte OH-Protonen
- Integrale: Relative Integrale entsprechen der Protonenanzahl. Normiere auf die kleinste eindeutige Einheit und skaliere entsprechend der Molekuelformel.
- Multiplizitaet und Kopplungsmuster: Wende die n+1-Regel an fuer aequivalente benachbarte Protonen; bei komplexen Systemen zaehle alle koppelnden Partner.
## 1H-NMR-Zuweisungen
| δ (ppm) | Multiplizitaet | Integral | J (Hz) | Zuweisung |
|---------|----------------|---------|--------|-----------|
| [ppm] | [s/d/t/q/m] | [zahl H]| [wert] | [Proton] |
Erwartet: Jedes Signal ist einer Protonenkategorie zugewiesen; das Gesamtintegral stimmt mit der Molekuelformel ueberein.
Bei Fehler: Falls Signale ueberlappen, nutze 2D-COSY um Kopplungspartner zu identifizieren, oder aendere das Loesungsmittel um Signaltrennung zu verbessern.
Schritt 3: 13C-Signale und DEPT interpretieren
Ordne jeden Kohlenstoffpeak seiner Hybridisierung und Substitution zu:
- Chemische Verschiebungsbereiche fuer 13C:
- 0-50 ppm: sp3-Kohlenstoffe (Alkyl)
- 50-90 ppm: Kohlenstoffe mit elektronegativen Substituenten (C-O, C-N, C-X)
- 100-150 ppm: sp2-Kohlenstoffe (Vinyl, Aryl) und Alkinkohlenstoffe
- 160-220 ppm: Carbonylkohlenstoffe (Ester/Saeure ~170, Aldehyd/Keton ~200)
- DEPT-Analyse:
- DEPT-135 positiv: CH und CH3
- DEPT-135 negativ: CH2
- Kein Signal in DEPT aber im 13C-Breitbandentkopplungsspektrum: quaternaerer C
- Zaehle unterschiedliche Kohlenstoffe und vergleiche mit der Formel. Symmetrie reduziert die Signalanzahl.
Erwartet: Alle Kohlenstofftypen (CH3, CH2, CH, C) identifiziert, mit Karbonil- und aromatischen Kohlenstoffen zugeordnet.
Bei Fehler: Falls weniger 13C-Signale als erwartet vorliegen, pruefe auf Symmetrie oder ueberlagernde Peaks. Hoeheres Magnetfeld oder DEPT-Experimente koennen helfen.
Schritt 4: Konnektivitaet aus 2D-NMR ableiten
Nutze COSY, HSQC und HMBC um das Kohlenstoffgeruest aufzubauen:
- COSY (1H-1H): Identifiziert geminale und vicinale Protonenkopplungen. Jeder COSY-Kreuzpeak verbindet Protonen an benachbarten Kohlenstoffen.
- HSQC (1H-13C, one-bond): Korreliert jedes Proton direkt mit seinem gebundenen Kohlenstoff. Essentiell bei Signalueberdeckung.
- HMBC (1H-13C, long-range): Zeigt 2-3-Bindungskorrelationen. Entscheidend fuer quaternaere Kohlenstoffe und Konnektivitaet ueber Heteroatome.
## 2D-NMR-Konnektivitaet
| Korrelation | Typ | Implikation |
|-------------|-----|-------------|
| H[a]-H[b] COSY | vicinal | C[a]-C[b] verbunden |
| H[x]-C[y] HMBC | 2-3 Bindungen | Geruest-Konnektivitaet |
Erwartet: Ein Konnektivitaetsdiagramm, das das vollstaendige Kohlenstoffgeruest mit Heteroatompositionen zeigt.
Bei Fehler: Falls HMBC-Korrelationen widerspruechen, pruefe auf Signalaliasing in der indirekten Dimension oder vergiss keine alternativen Konnektivitaeten durch Bindungsrotation.
Schritt 5: Struktur zusammenfuehren und verifizieren
Kombiniere alle Spektralinformationen zur finalen Strukturaussage:
- Schreibe Teilstrukturen aus sicheren Zuweisungen und verbinde sie.
- Pruefe die Konsistenz: Stimmt jede Verschiebung mit der vorgeschlagenen Umgebung ueberein? Erklaert der DoU alle Ringstrukturen und Mehrfachbindungen?
- Vergleiche mit Literaturdaten oder Spektraldatenbanken (SDBS, HMDB, NMRShiftDB).
- Bericht verfassen: Dokumentiere alle Zuweisungen mit Begruendung.
Erwartet: Eine eindeutige Strukturformel, die alle Spektraldaten erklaert, mit vollstaendiger Zuweisung jedes Signals.
Bei Fehler: Falls mehrere Strukturen die Daten erklaeren, liste alle als Kandidaten auf und ermittle das diskriminierendste Experiment (z.B. NOE, spezifisches HMBC) zur Unterscheidung.
Validierung
- DoU berechnet und mit Strukturmerkmalen abgeglichen
- Alle 1H-Signale chemischen Umgebungen zugewiesen
- Integrale stimmen mit Molekuelformel ueberein
- Alle 13C-Signale klassifiziert (CH3/CH2/CH/C)
- Konnektivitaet durch COSY/HMBC bestaetigt (falls verfuegbar)
- Vorgeschlagene Struktur erklaert alle beobachteten chemischen Verschiebungen
- Struktur mit Literaturdaten oder Datenbank verifiziert
Haeufige Stolperfallen
- Verwechslung von chemischer Verschiebung und Integral: Die Position gibt die Umgebung an, das Integral die Protonenanzahl. Beide muessen konsistent mit der Formel sein.
- Ignorieren von Loesungsmitteleffekten: Loesungsmittelpeak (z.B. CDCl3 bei 7,26 ppm) nicht mit Probenpeaks verwechseln; OH/NH-Signale sind loesungsmittelabhaengig.
- Fehlinterpretation komplexer Multiplizitaeten: Bei mehr als zwei Kopplungspartnern entstehen Multipletts; nicht alle Linien entsprechen n+1-Aufspaltung.
- Uebersehen quaternaerer Kohlenstoffe: Diese erscheinen im 13C-Spektrum, aber nicht in DEPT. Fehlende Kohlenstoffe im DEPT deuten auf quaternaere Zentren hin.
- Voreilige Strukturzuweisung: Pruefe immer alle moeglichen Strukturen, nicht nur die erste plausible.
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