read-garden
About
The `read-garden` skill provides a structured sensory protocol for observing and assessing garden health, adapted from Coordinate Remote Viewing. It guides users through a multi-stage process including initial meditation, sensory layering, and pattern recognition with a health triage matrix. Developers should integrate it for systematic plant diagnosis during stress events, seasonal changes, or regular monitoring.
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Documentation
Garten lesen
Einen Garten mittels eines strukturierten sensorischen Protokolls beobachten und bewerten, bevor Interventionsentscheidungen getroffen werden.
Wann verwenden
- Vor jeder Intervention — zuerst den Garten lesen, dann handeln
- Pflanzen zeigen Stresssymptome (Vergilben, Welken, Einrollen, Flecken)
- Saisonale Uebergaenge (Fruehlingserwachen, Herbstniedergang) erfordern Bewertung
- Bewertung eines neuen Gartenstandorts vor dem Pflanzen
- Regelmaessige (woechentliche oder zweiwoechentliche) Gartengesundheitsueberwachung
- Nach extremen Wetterereignissen (Frost, Hitzewelle, Starkregen)
Eingaben
- Erforderlich: Physischer Zugang zum Garten
- Erforderlich: Gartentagebuch oder Notizbuch zum Festhalten der Beobachtungen
- Optional: Fruehere Beobachtungsaufzeichnungen zum Vergleich
- Optional: Bodenthermometer, pH-Teststreifen, Feuchtigkeitsmessgeraet
- Optional: Handlupe oder Vergroesserungsglas (fuer Schaedlings-/Krankheitsbestimmung)
Vorgehensweise
Schritt 1: Meditate-Checkpoint — Vor-Eingangs-Klaerung
Vor dem Betreten des Gartens zur Bewertung Vorurteile abstreifen.
Vor-Garten-Klaerung (3-5 Minuten):
1. Am Gartenrand stehen — noch nicht eintreten
2. Drei langsame Atemzuege nehmen (4 Zaehler einatmen, 6 Zaehler
ausatmen)
3. Erwartungen beiseitelegen:
- "Die Tomaten brauchen bestimmt Wasser" -> Beiseitelegen
- "Das Schaedlingsspray hat wahrscheinlich nicht gewirkt" ->
Beiseitelegen
- "Der Salat muesste jetzt fertig sein" -> Beiseitelegen
4. Die Beobachterhaltung einnehmen: hier sein um Informationen zu
empfangen, nicht um Hypothesen zu bestaetigen
5. Die Augen weich werden lassen — peripheres Sehen, nicht
fokussiertes Scannen
6. Wenn ein neutraler und empfaenglicher Zustand erreicht ist,
den Garten betreten
Warum das wichtig ist:
Gaertner die mit einer Diagnose im Kopf eintreten sehen ueberall
Bestaetigung und uebersehen was der Garten tatsaechlich zeigt.
Beobachtung vor Interpretation ist die Grundlage guter Praxis.
Erwartet: Ein ruhiger, empfaenglicher Zustand frei von Vorurteilen ueber das was gefunden werden wird.
Bei Fehler: Wenn Erwartungen nicht losgelassen werden koennen (starke Angst um eine bestimmte Pflanze, Frust ueber juengste Verluste), die Emotion anerkennen, als "AOL: [Sorge]" aufschreiben und fortfahren. Das Benennen reduziert den Einfluss.
Schritt 2: Stufe I — Gesamteindruck
Den Gartenrand ablaufen. Den ersten, ungefilterten Eindruck festhalten.
Gesamteindrucks-Protokoll:
1. Langsam die gesamte Gartengrenze ablaufen
2. Einzelne Pflanzen noch NICHT untersuchen — das Ganze aufnehmen
3. Den Eindruck nur mit diesen Kategorien festhalten:
- Gesamtvitalitaet: gedeihend / stabil / ruecklaeufig
- Dominanter Farbton: tiefgruen / blass / gemischt / vergilbend
- Dichte: ueppig / angemessen / duenn / kahle Stellen
- Energie: (subjektiv) lebendig / ruhig / muede / gestresst
4. Notieren was zuerst ins Auge faellt — das ist oft das lauteste
Signal
5. Umgebungsbedingungen festhalten: Temperatur, Wind, Himmel,
Bodenfeuchtigkeit (visuell), juengstes Wetter
Beispiel-Gesamteindruck:
Datum: 17.04.2026, 9:30 Uhr, 14°C, bewoelkt, leichter Regen gestern
Gesamt: Stabil, aber Nordostecke wirkt erschoepft
Farbe: Gemischt — gutes Gruen bei Kohlgewaechsen, blass bei
Tomatensetzlingen
Dichte: Angemessen ausser Kraeuterbeet (duenn)
Energie: Ruhig, nicht lebendig — der Fruehling ist langsam
Blick faellt auf: Welkende Kuerbissetzlinge (Reihe 3)
Erwartet: Eine knappe, ganzheitliche Aufzeichnung des Gartenzustands ohne Analyse oder Diagnose.
Bei Fehler: Wenn sofort Diagnosen gestellt werden (z.B. "der Kuerbis welkt weil..."), "AOL: [Diagnose]" schreiben und zur reinen Beobachtung zurueckkehren. Die Analyse kommt in Stufe III.
Schritt 3: Stufe II — Sinnesschicht
Jetzt den Garten Beet fuer Beet durchgehen. Alle Sinne fuer jeden Bereich einsetzen.
Sensorisches Beobachtungsprotokoll (pro Beet oder Zone):
BLATTSPRACHE:
- Farbe: Tiefgruen, blassgruen, vergilbend, violett, braeunend
- Vergilbung (Chlorose): allgemein = Stickstoff,
interkostal = Eisen/Mangan
- Violettfaerbung: Phosphormangel oder Kaeltestress
- Braeunung: Spitzenbrand = Salz/Duenger,
Randbrand = Kalium
- Rollrichtung:
- Aufwaerts: Hitzestress, Trockenheit, Herbizidexposition
- Abwaerts: Ueberwaesserung, Wurzelschaeden
- Einwaerts (Schalenbildung): Virus, Milbenbefall
- Oberflaeche: Glatt, rau, klebrig (Blattlaushonigtau),
pudrig (Mehltau), gefleckt
- Unterseite: Auf Eier, Milben (winzige Punkte), fruehen
Mehltau pruefen
STIEL UND STRUKTUR:
- Staerke: Aufrecht und kraeftig vs. geneigt oder umgeknickt
- Farbe: Normal holzig/gruen vs. schwaerzend (Faeule) oder
blass (Vergeilung)
- Biegsamkeit: Geschmeidig (gesund) vs. sproede (dehydriert)
vs. matschig (Krankheit)
- Wuchsmuster: Normale Internodien vs. verlaengert
(Lichtsuche)
WURZELSIGNALE (am Bodenansatz und beim Umpflanzen pruefen):
- Farbe: Weiss/creme (gesund), braun/schwarz (Faeule),
orange (Rostpilz)
- Geruch: Erdig (gesund), sauer/schweflig (anaerobe Faeule)
- Struktur: Faseriges Netzwerk (gut) vs. kreisend (topfgebunden)
vs. spärlich (Stress)
BODEN AN DER PFLANZE:
- Feuchtigkeit: Trocken und rissig / feucht und dunkel /
staunass und glaenzend
- Oberflaeche: Gemulcht / kahl / verkrustet / bemoost /
algenbedeckt
- Geruch: Suess und erdig (gut) / sauer (anaerob) /
muffig (Pilz)
- Bewohner: Regenwuermer, Kaefer, Spinnen (gut) / Schnecken,
Ameisen die Blattlaeuse halten (bedenklich)
Jede Beobachtung als sensorischen Deskriptor festhalten —
noch keine Analyse.
Falsch: "Die Tomaten haben Duerre-Fleckenkrankheit"
Richtig: "Tomate untere Blaetter: braune Flecken, konzentrische
Ringe, Vergilbung um die Flecken"
Erwartet: Eine detaillierte sensorische Aufzeichnung fuer jedes Beet oder jede Zone, nur in beschreibender Sprache.
Bei Fehler: Wenn eine Diagnose ertappt wird (eine Krankheit benennen, einen Schaedling beschuldigen), "AOL: [Diagnose]" schreiben und zur Rohbeobachtung zurueckkehren. Der Name kommt spaeter — die Daten kommen zuerst.
Schritt 4: Stufe III — Mustererkennung
Jetzt, und erst jetzt, Beobachtungen mit Mustern verbinden.
Musteranalyse-Protokoll:
1. Die Stufe-II-Notizen fuer jedes Beet durchgehen
2. Diese strukturierten Fragen stellen:
RAEUMLICH:
- Sind Symptome lokal (eine Pflanze, ein Beet) oder
systemisch (ganzer Garten)?
- Gibt es einen Gradienten? (Schlimmer nahe Zaun = Schatten;
schlimmer nahe Weg = Verdichtung)
- Sind nur bestimmte Arten betroffen? (Wirtsspezifisch =
Krankheit; alle Arten = Umwelt)
ZEITLICH:
- Ist es Neuwuchs oder Altwuchs?
- Neuwuchs betroffen: Naehrstoffmangel (kann neues Gewebe
nicht aufbauen)
- Altwuchs betroffen: Mobiler Naehrstoff wird verlagert,
oder Infektion breitet sich aus
- Traten Symptome ploetzlich auf (Wetterereignis, Ausbringung)
oder allmaehlich (chronischer Zustand)?
POPULATION:
- Eine Pflanze: wahrscheinlich individuelles Problem
(Wurzelschaden, Pflanzschock)
- Eine Art: wahrscheinlich artspezifisch (Krankheit,
Schaedlingspraeferenz)
- Alle Pflanzen: wahrscheinlich umweltbedingt (Boden, Wasser,
Wetter)
3. Mit den Fuenf Indikatoren (Blatt, Stiel, Wurzel, Boden,
Phaenologie) abgleichen:
- Deuten mehrere Indikatoren auf dieselbe Ursache?
- Konvergente Signale = hoehere Diagnosekonfdenz
- Widerspruechliche Signale = mehr Beobachtung noetig
AOL-Management:
Wenn der Verstand zu einer Schlussfolgerung springt bevor die
Musteranalyse abgeschlossen ist:
- "AOL: [Schlussfolgerung]" auf eine separate Zeile schreiben
- NICHT danach handeln
- Zu den Daten zurueckkehren
- Wenn dieselbe Schlussfolgerung aus mehreren unabhaengigen
Beobachtungen wieder auftaucht, steigt sie vom AOL zur
vorlaeufigen Diagnose auf
- Eine vorlaeufige Diagnose ist noch keine Handlung — sie ist
eine zu testende Hypothese
Unterscheiden:
- Voreiliges Etikett (wenig Evidenz, hohe Zuversicht) -> gefaehrlich
- Konvergente Schlussfolgerung (viel Evidenz, proportionale
Zuversicht) -> handlungsfaehig
Erwartet: Eine oder mehrere vorlaeufige Diagnosen die durch mehrere unabhaengige Beobachtungen gesteuert werden.
Bei Fehler: Wenn kein klares Muster erkennbar wird, ist der Garten moeglicherweise gesund (nicht alles ist ein Problem) oder die Signale sind zu frueh zum Lesen. Beobachtungen festhalten und in einer Woche neu bewerten. Zeit klaert oft was ein einzelner Besuch nicht klaeren kann.
Schritt 5: Heal-Checkpoint — Gartengesundheits-Triage
Beobachtungen in einen priorisierten Aktionsplan umwandeln.
Gartengesundheits-Triagematrix:
┌──────────┬──────────────────────────┬─────────────────────────────┐
│ Priorit. │ Kriterien │ Beispielaktionen │
├──────────┼──────────────────────────┼─────────────────────────────┤
│ HEUTE │ Stirbt aktiv, welkt │ Tiefwaessern. Notbeschat- │
│ (Rot) │ stark, Schaedlingsbefall │ tung. Schaedlinge per Hand │
│ │ sichtbar │ entfernen. Umgeknickte │
│ │ │ Stiele stuetzen. │
├──────────┼──────────────────────────┼─────────────────────────────┤
│ DIESE │ Ruecklaeufig aber stabil,│ Fuettern (Komposttee oder │
│ WOCHE │ Naehrstoffmangel- │ Blatt-Seetang). Kahlen │
│ (Gelb) │ symptome, fruehe │ Boden mulchen. Draenung │
│ │ Krankheitszeichen │ verbessern. Betroffenes │
│ │ │ Laub beschneiden. │
├──────────┼──────────────────────────┼─────────────────────────────┤
│ BEOBACH- │ Subtile Veraenderungen, │ Im Tagebuch festhalten. In │
│ TEN │ fruehe Anzeichen die │ 1 Woche neu bewerten. Fotos │
│ (Gruen) │ sich natuerlich loesen │ zum Vergleich machen. NOCH │
│ │ koennen, saisonale │ NICHT eingreifen. │
│ │ Uebergaenge │ │
├──────────┼──────────────────────────┼─────────────────────────────┤
│ GESUND │ Keine Probleme │ Wertschaetzen. Aktuelle │
│ (Blau) │ beobachtet, kraeftiger │ Pflege fortsetzen. Notieren │
│ │ Wuchs, gute Farbe, │ was funktioniert fuer │
│ │ aktive Biologie │ kuenftige Saisons. │
└──────────┴──────────────────────────┴─────────────────────────────┘
Triageregeln:
1. ROTE Punkte sofort angehen — alles andere kann warten
2. GELBE Punkte diese Woche angehen — bestimmte Tage einplanen
3. GRUENE Punkte: nur beobachten. Die meisten "Beobachtungs"-
Punkte loesen sich von selbst. Der haeufigste Gaertnerfehler
ist gruene Punkte als gelbe zu behandeln
4. BLAUE Punkte: aktiv notieren was funktioniert — das sind die
Erfolge
5. Nie mehr als 2 Prioritaeten pro Gartenbesuch angehen
(zu viel auf einmal heisst nichts richtig machen)
Erwartet: Eine triagierte Aktionsliste mit klaren Prioritaeten und Zeitplan.
Bei Fehler: Wenn alles wie eine rote Prioritaet erscheint, befindet man sich moeglicherweise im Angstmodus statt im Beobachtungsmodus. Zum Meditate-Checkpoint (Schritt 1) zurueckkehren und neu eintreten. Echte Notfaelle sind selten — die meisten Gartenprobleme entwickeln sich langsam und koennen einen Tag warten.
Schritt 6: Aufzeichnen und Verfolgen
Die Beobachtungssitzung mit einem Tagebucheintrag abschliessen.
Gartenbeobachtungs-Aufzeichnungsvorlage:
Datum: ___________ Uhrzeit: ___________
Wetter: ___________ Juengstes Wetter: ___________
GESAMTEINDRUCK: (1-2 Saetze aus Stufe I)
BEET-FUR-BEET-BEOBACHTUNGEN: (Stufe-II-Daten)
Beet 1: ___________
Beet 2: ___________
[...]
ERKANNTE MUSTER: (Stufe-III-Analyse)
___________
TRIAGE:
ROT (heute): ___________
GELB (diese Woche): ___________
GRUEN (beobachten): ___________
BLAU (gesund): ___________
ERFASSTE AOLS: (voreilige Schlussfolgerungen auflisten)
___________
ERGRIFFENE MASSNAHMEN:
___________
VERGLEICH ZUM LETZTEN BESUCH:
Verbessernd: ___________
Verschlechternd: ___________
Unveraendert: ___________
Erwartet: Eine vollstaendige, datierte Beobachtungsaufzeichnung die mit frueheren Besuchen verglichen werden kann.
Bei Fehler: Wenn das Tagebuchfuehren als belastend empfunden wird, auf das Minimum reduzieren: Datum, Wetter, Triage-Zusammenfassung und eine Beobachtung pro Beet. Konsistenz ist wichtiger als Detailtiefe.
Validierung
- Meditate-Checkpoint vor dem Betreten des Gartens abgeschlossen
- Gesamteindruck festgehalten bevor einzelne Pflanzen untersucht werden
- Sinnesbeobachtungen verwenden beschreibende Sprache (keine Diagnose in Stufe II)
- AOLs identifiziert und beiseitegelegt (nicht voreilig darauf reagiert)
- Musteranalyse beruecksichtigt raeumliche, zeitliche und Populationsfaktoren
- Triagematrix mit klaren Prioritaetsstufen ausgefuellt
- Beobachtungsaufzeichnung datiert und im Gartentagebuch abgelegt
- Massnahmen proportional zur Triagestufe (keine Ueberbehandlung gruener Punkte)
Haeufige Stolperfallen
- Bestaetigungsfehler: Den Garten betreten um ein bestimmtes Problem zu suchen garantiert dass man es findet (oder etwas das so aussieht). Der Meditate-Checkpoint verhindert dies
- Diagnostizieren in Stufe II: Eine Krankheit waehrend der Sinnesbeobachtung benennen verzerrt alle nachfolgende Datenerhebung. Bei Deskriptoren bleiben bis Stufe III
- Gruen als Gelb behandeln: Die meisten Garten-"Probleme" loesen sich von selbst. Spritzen oder Schneiden beim ersten Anzeichen von irgendetwas verursacht oft mehr Schaden als das urspruengliche Symptom
- Aufzeichnung ueberspringen: Ohne Tagebuch beginnt jeder Besuch von null. Muster zeigen sich erst ueber die Zeit — und Zeit erfordert Aufzeichnungen
- AOL-Unterdrueckung vs. Management: Das Ziel ist nicht keine analytischen Gedanken zu haben — das ist unmoeglich. Das Ziel ist sie zu bemerken, zu benennen und beiseitezulegen bis die Daten sie stuetzen oder widerlegen
- Ueberintervention: Das Gartenleseprotokoll sollte Zuversicht erhoehen und die Anzahl der Massnahmen reduzieren, nicht erhoehen. Wenn nach dem Lesen mehr getan wird, wird moeglicherweise die Angst behandelt, nicht der Garten
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